Sind unsere Bürgermeister die eigentlichen Monarchen und Könige?

Manche Bürgermeister, die lange im Amt sind, heben irgendwann ab. Nachzulesen in einem sehr interessanter Beitrag in der NN von  Redakteur Andre Ammer vom 15.09.2025. Liest man die darin enthaltenen Anmerkungen im Interview mit Professor Olaf Hoffmann von de Otto-Friedrich Universität Bamberg, kommt einem das irgendwie bekannt vor.

 Das Amt eines Bürgermeisters  kann mit der Zeit überheblich machen.  Wenn man an jedem Ort und bei jeder Veranstaltung in einer Gemeinde im Mittelpunkt stehe ist es nur menschlich, wenn man sich dann als kleiner König fühlt. Ist die Gefahr eines Abhebens in einem kleinen Ort vielleicht deshalb größer , weil es dort möglicherweise weniger Widerspruch gibt? Vielleicht auch deshalb, weil viele ehrenamtlichen Gemeinderäte in manchen Fragen weniger Erfahrung und weniger Hintergrundwissen haben.  

Eine Lösung wäre die Begrenzung der Amtszeit des Bürgermeisters auf zwei Amtsperioden. 

Was spricht gegen eine 3. Amtsperiode eines Bürgermeisters?

Nach vielen Jahren im Amt besteht die Gefahr von Betriebsblindheit. Neue Bürgermeister bringen andere Erfahrungen, Prioritäten und Lösungsansätze mit – das kann festgefahrene Strukturen aufbrechen und Innovation fördern.

Lange Amtszeiten erhöhen das Risiko von Machtkonzentration, Abhängigkeiten und informellen Netzwerken. Ein regelmäßiger Wechsel stärkt Transparenz, beugt Vetternwirtschaft vor.  Demokratie lebt nicht nur von Stabilität, sondern auch von Erneuerung. Und verhindert das Absinken in eine monarchische Gefühlswelt.

Das ständige im Mittelpunkt stehen, erlebt ein Bürgermeister wahrscheinlich öfter als ein einfacher Bundestagsabgeordneter. Auf der kommunalen Ebene wird einem ständig suggeriert: 

Ich bin wichtig - und das ist meine Gemeinde und meine Bürger meine Eigentümer.  

Man glaubt, genau zu wissen, was richtig ist und interessiert sich überhaupt nicht mehr dafür, was die anderen für richtig erachten. 

Bis zwei Bürgerentscheide wie in Gößweinstein geschehen, dem Bürgermeister zeigen, wie die Bürger eigentlich denken. So was nennt man auch Kommunikationsproblem. 

Was wir brauchen ist ein frischer Wind im Amt des Bürgermeisters und  den Gemeinderäten. 




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